Die Konstruktion der Wahrheit, die unsichtbare Seite der Macht.
Alamut ist in der Feder von Vladimir Bartol nicht nur ein historischer Roman, sondern auch eine Auseinandersetzung mit Macht und Wahrheit, die bis in die dunkelsten und verletzlichsten Bereiche des menschlichen Geistes vordringt. Obwohl die Handlung im Iran des 11. Jahrhunderts spielt, führt das Werk den Leser direkt in die Gegenwart – ja sogar in die heutigen Konflikte. Denn Alamut ist weit mehr als eine Festung: Es ist ein Denksystem, ein Labor der Wirklichkeit. Die Festung Alamut, die dem Roman ihren Namen gibt, liegt im Norden Irans an den steilen Hängen des Elburs-Gebirges. Im 11. Jahrhundert wurde sie von Hasan Sabbah eingenommen und zum Zentrum der Nizari-Ismailiten. „Alamut“, was so viel wie „Adlerhorst“ bedeutet, war nicht nur ein strategischer Militärstützpunkt, sondern auch ein ideologisches Ausbildungs- und Steuerungszentrum. Die dort ausgebildeten Fedajin wurden Teil einer der umstrittensten Organisationen der Geschichte. Die zentrale Figur des Romans, Hasan Sabbah, ist...